Teil 6 — Die Box in Betrieb nehmen

📦 An der Box — du arbeitest am Gerät vor Ort.

6.1 Was du brauchst

Damit eine Box zuverlässig läuft, sollte der Mini-PC ungefähr Folgendes mitbringen:

KomponenteMindestensEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 (64-Bit)Windows 11 (64-Bit)
ProzessorQuad-Core, 2 GHzIntel i5 / Ryzen 5 oder besser
Arbeitsspeicher8 GB16 GB
Festplatte5 GB fürs Programm, mind. 50 GB für Fotos100 GB+ SSD
USB2× USB 3.0 (Kamera + Drucker)3× USB 3.0
Bildschirm1080p-Touchscreen (quer oder hoch)kapazitiver 1080p-Touchscreen
Internetzum Event optional, mind. alle 30 Tage Pflichtstabil, ab 5 Mbit/s Upload

Internet — die 30-Tage-Regel: Die Box muss mindestens einmal alle 30 Tage online gehen, damit ihre Lizenz gültig bleibt. Zum Event selbst braucht sie kein Internet. Geht sie online, verlängert sich der Puffer automatisch wieder auf 30 Tage.

Autostart: BoothPilot startet auf der Box automatisch mit Windows. Bei der Installation bestätigst du das einmalig per Windows-Sicherheitsabfrage.

6.2 Software installieren

Den Installer bekommst du über dein Dashboard unter Downloads → Software. Lade ihn immer nur von dort — nie aus anderen Quellen.

  1. Installer auf der Box ablegen (Desktop reicht) und doppelklicken.
  2. Warnt Windows („Start dieser App verhindert"): „Weitere Informationen" → „Trotzdem ausführen". Der Installer ist signiert; die Meldung kann beim ersten Mal trotzdem erscheinen.
  3. Sicherheitsabfrage mit „Ja" bestätigen.
  4. Durch den Assistenten klicken: Lizenz akzeptieren → Installationspfad so lassen → „Installieren".
  5. Nach etwa 30 Sekunden ist die Installation fertig. Computer neu starten, damit Autostart und Treiber sauber greifen.

Neu-Installation über eine bestehende: Erst sauber deinstallieren (Windows-Einstellungen → Apps → BoothPilot → Deinstallieren), dann neu installieren. Mehr dazu in Teil 14.

6.3 Box aktivieren & Recovery-Code sichern

Beim ersten Start öffnet sich der Aktivierungs-Bildschirm. Du aktivierst die Box bequem über dein Smartphone oder einen Laptop — so musst du dein Passwort nie auf dem öffentlich sichtbaren Touchscreen eintippen.

Vorher erledigen: Leg dein Operator-Konto an und durchlaufe einmal das Onboarding (Teil 1). Halte deine Authenticator-App bereit.

So läuft die Aktivierung:

  1. Die Box zeigt einen QR-Code, einen kurzen Code (Format ABCD-234) und einen 30-Minuten-Countdown — so lange ist der Code gültig.

Aktivierungs-Bildschirm der BoothPilot-Box mit QR-Code und kurzem Code
Aktivierungs-Bildschirm der BoothPilot-Box mit QR-Code und kurzem Code
2. QR mit dem Smartphone scannen (oder die angezeigte Adresse im Browser öffnen und den Code im Dashboard unter Box → Box aktivieren eintippen). Noch nicht eingeloggt? Du landest auf der Login-Seite und wirst nach der Anmeldung automatisch zur Aktivierung geleitet. 3. Box bestätigen: Die Seite zeigt ein paar Erkennungsmerkmale. Gleich kurz ab, dass es wirklich die Box vor dir ist. Optional vergibst du gleich einen Namen („Hochzeitsbox 1") — jederzeit änderbar. Dann auf „Box aktivieren". 4. Fertig: Innerhalb weniger Sekunden holt sich die Box ihre Lizenz. 5. Danach zeigt die Box deinen Recovery-Code.

Code abgelaufen? An der Box „Code neu generieren" tippen — der alte wird automatisch ungültig.

Code mitgelesen — gefährlich? Nein. Der Code funktioniert nur mit genau dieser Box und nur einmal. Mit dem Code allein kann niemand etwas anfangen.

Recovery-Code sichern: Nach der Aktivierung zeigt die Box einmalig einen 12-stelligen Recovery-Code (Format XXXX-XXXX-XXXX).

Die Box zeigt den 12-stelligen Recovery-Code zum Sichern
Die Box zeigt den 12-stelligen Recovery-Code zum Sichern

Sicher aufbewahren. Mit diesem Code setzt du deinen Admin-PIN selbst zurück, falls du ihn vergisst. Notiere ihn auf Papier oder im Passwort-Manager — nicht nur digital auf der Box. Mit „Habe ich notiert" bestätigen — die Box wechselt zum Startbildschirm. Später ist der Code jederzeit unter Admin-Panel → System → Recovery-Code anzeigen einsehbar, solange du Admin-Zugang hast.

6.4 Kamera anschließen

BoothPilot erkennt die meisten gängigen DSLR- und Systemkameras automatisch.

  1. Kamera vollständig laden oder — besser für Events — am Netzteil bzw. Dummy-Akku betreiben.
  2. SD-Karte leeren oder entfernen — BoothPilot holt die Fotos direkt über USB.
  3. Kamera-Einstellungen:
    • Modus: M (manuell) oder P/A — nicht Vollautomatik (die schaltet bei manchen Kameras die USB-Steuerung ab).
    • Energiesparen/Auto-Off: aus oder mindestens 30 Minuten — sonst geht die Kamera mitten im Event in den Standby.
    • Bildqualität: JPEG Fein. Kein RAW — RAW wird nicht verarbeitet.
    • Autofokus aktivieren (manueller Fokus geht auch).
  4. Kamera per USB direkt an einen Anschluss auf der Rückseite des PCs — kein Hub, kein Front-Anschluss, keine Verlängerung. Ist ein Hub unvermeidbar, dann einen aktiven mit eigenem Netzteil. Kurzes, hochwertiges Kabel (max. 2 m).
    • USB-Energiesparen abschalten: im Windows-Geräte-Manager beim „USB-Root-Hub" unter „Energieverwaltung" das Häkchen „Computer kann das Gerät ausschalten…" entfernen.
  5. Kamera einschalten. Im Admin-Panel → Tab Kamera sollten jetzt Modell und Akkustand erscheinen. Sonst siehe 13.

Kamera-Tab im Admin-Panel mit erkanntem Modell und Akkustand
Kamera-Tab im Admin-Panel mit erkanntem Modell und Akkustand
6. „Testfoto aufnehmen" im Kamera-Tab antippen — es entsteht eine Vorschau, ohne dass das Foto in der Galerie landet.

Sehr hochauflösende Kameras: Bei sehr hohen Megapixel-Zahlen dauert die Aufbereitung mit Vorlage ein paar Sekunden länger. Das ist normal — die Box zeigt so lange „Wir bauen dein Bild zusammen…".

Kamera-Orientierung (Hoch-/Querformat): Stellst du die Box im Hochformat auf, wähle im Kamera-Tab die passende Orientierung (90° im bzw. gegen den Uhrzeigersinn). Live-Vorschau und Aufnahme werden dann korrekt gedreht. Diese Einstellung gleicht sich mit dem Dashboard ab.

6.5 Drucker anschließen

BoothPilot erkennt viele bekannte Foto-Drucker automatisch (DNP, DS-RX/RX1, Citizen, HiTi, Mitsubishi, Sinfonia). Andere funktionieren grundsätzlich, müssen aber im Admin-Panel von Hand ausgewählt werden.

  1. Druckertreiber von der Hersteller-Webseite installieren — vor dem ersten BoothPilot-Start.
  2. Drucker per USB anschließen und prüfen, dass er in den Windows-Druckereinstellungen als „Bereit" erscheint.
  3. Im Admin-Panel → Tab Drucker: Status sollte „Bereit" (grün) sein. Die automatische Erkennung schlägt einen Drucker vor; falls nicht, aus der Liste auswählen und „Drucker neu verbinden".

Drucker-Tab im Admin-Panel mit Status Bereit
Drucker-Tab im Admin-Panel mit Status Bereit
4. „Test-Druck" antippen — ein Testbild wird gedruckt, ohne in der Galerie zu erscheinen.

Druck-Format:

  • 10×15 cm (Standard) — funktioniert mit allen oben genannten Druckern.
  • Foto-Streifen 5×15 cm — wird automatisch passend aufs Druckmedium gelegt.

Randlos drucken: BoothPilot druckt randlos. Erscheinen trotzdem Ränder, liegt das am Druckertreiber: über „Druckereinstellungen öffnen" im Drucker-Tab „Randlos"/„Borderless" aktivieren.

Hochformat-Vorlage wird quer gedruckt? Die Druck-Ausrichtung kommt vom Druckertreiber, nicht von der Vorlage. Stell sie im Treiber passend ein (Hochformat-Vorlage → Treiber auf Hochformat). Am Bildschirm sieht die Vorschau immer korrekt aus — nur der physische Druck hängt am Treiber. Alternativ kannst du die Druck-Ausrichtung im Admin-Panel unter System → Orientierung erzwingen.

6.6 Windows zähmen & erster Testlauf

Eine Fotobox ist ein Spezialgerät — ein Windows-Update mitten in der Hochzeit ist das Letzte, was du willst. BoothPilot greift bewusst nicht in die Windows-Updates ein. Stell deshalb einmalig beim Aufsetzen ein:

  1. Nutzungszeit weit aufspannen — Windows-Update → Erweiterte Optionen → Nutzungszeit auf „manuell" und einen großen Bereich (z.B. 6–23 Uhr). In diesem Fenster startet Windows nicht von selbst neu.
  2. Updates vor jeder Saison pausieren — Windows-Update → „Updates aussetzen".
  3. Automatischen Neustart unterbinden — Windows-Update → Erweiterte Optionen → „Benachrichtigen, wenn ein Neustart erforderlich ist".
  4. (Optional, bei WLAN/LTE) — die Verbindung als „getaktet" markieren.

Erster Test-Lauf — spiel einmal den kompletten Ablauf durch:

  1. Auf den Startbildschirm tippen.
  2. Countdown läuft.
  3. Foto wird ausgelöst, kurz „Wir bauen dein Bild zusammen…".
  4. Das fertige Foto erscheint.
  5. „Drucken" — der Drucker gibt das Foto aus.
  6. „QR-Code / Teilen" — ein Gast könnte ihn jetzt scannen.
  7. Nach kurzer Zeit kehrt die Box automatisch zum Startbildschirm zurück.

Das allererste Foto dauert etwas länger, weil sich die Bildverarbeitung initialisiert. Ab dem zweiten läuft alles flüssig. Klappen alle Schritte, ist die Box einsatzbereit.