DNP DS620A vs. DS-RX1 vs. Canon Selphy: Welcher Drucker für die Fotobox?

Der Drucker ist das Bauteil das auf Events am häufigsten für Stress sorgt. Papierstau, Farbfehler, langsame Drucke während sich eine Schlange bildet. Die Druckerwahl ist deshalb keine Nebensache.
Ich drucke seit Jahren mit dem DNP RX1HS und habe vorher mit einem Canon Selphy angefangen. Hier ist, was ich gelernt habe.
Die Technologie: Thermosublimation vs. Tinte
Alle professionellen Event-Drucker nutzen Thermosublimation. Das Prinzip: Farbstoff wird durch Hitze in das Papier eingedampft. Das Ergebnis ist wasserfest, kratzfest und sofort trocken. Keine verschmierten Finger, keine Wartezeit.
Tintenstrahler (auch die guten von Epson oder Canon) sind für Event-Einsatz ungeeignet — zu langsam, Tinte muss trocknen, Qualität variiert bei hoher Luftfeuchtigkeit.
DNP DS620A — Der Industriestandard
Der DS620A ist der Drucker den du auf den meisten professionellen Fotoboxen findest. Aus gutem Grund.
Druckgeschwindigkeit: ~9 Sekunden für 10×15cm. Bei 200 Gästen und durchschnittlich 1,5 Drucken pro Durchgang bist du in unter einer Sekunde pro Gast durch. Keine Schlange.
Kapazität: 400 Drucke pro Mediensatz (10×15cm). Für die allermeisten Events reicht ein Satz. Nachladen dauert 2 Minuten.
Druckkosten: ~€0,18-0,22 pro Druck bei 10×15cm. Bei Streifen (5×15cm) bekommst du 800 Streifen aus einem Satz — Kosten: ~€0,10 pro Streifen.
Qualität: Laborqualität. Kein Unterschied zu Drogeriefotos. Die Farben sind akkurat, die Schärfe ist da, und der Druck überlebt Jahre ohne zu verblassen.
Nachteile: Der DS620A ist laut. Nicht "hört man im Nebenraum" laut, aber "hört man neben der Box" laut. Auf einer Hochzeit mit Musik kein Problem. In einem stillen Konferenzraum könnte es auffallen. Und der Preis: Neu ~€700, gebraucht €350-500.
Canon Selphy CP1500 — Der Einstieg
Der Selphy ist der Drucker mit dem die meisten Verleiher anfangen. Klein, günstig, funktioniert.
Druckgeschwindigkeit: ~47 Sekunden für 10×15cm. Das ist dreimal so langsam wie der DNP. Bei 50 Gästen kein Problem. Bei 200 Gästen eine Katastrophe.
Kapazität: 108 Drucke pro Kassette. Für ein größeres Event brauchst du 2-3 Kassetten und musst zwischendurch wechseln.
Druckkosten: ~€0,28-0,35 pro Druck. Spürbar teurer als der DNP, aber bei geringem Volumen akzeptabel.
Qualität: Gut, aber nicht auf DNP-Niveau. Farben sind etwas flacher, Details weniger scharf. Für den Selphy-Preis: in Ordnung.
Vorteile: Klein (passt in jede Box), leise, günstig (ab €120 neu). Perfekt für den Start wenn du noch nicht weißt ob sich das Business lohnt.
DNP DS-RX1 HS — Der ältere Bruder
Der RX1 ist der Vorgänger des DS620A und taucht oft gebraucht für €300-450 auf. Lohnt sich das?
Kurz: Ja, wenn du ihn günstig bekommst. Die Druckqualität ist identisch zum DS620A. Der Unterschied: Er ist etwas langsamer (~13 Sekunden statt ~9). Für Standard-10×15cm-Drucke aber eine solide Wahl.
Es gibt ihn in der HS Variante, wo er bis zu 20% schneller ist, als der ohne "HS", also aufpassen, welchen du kaufst.
Ich selbst nutze diesen Drucker schon seit 7 Jahren, und er hat mich noch nie im Stich gelassen. Der einzige wirkliche Knackpunkt ist das fragile Papierauffang Tray, das öfter mal mit Gästen in Kontakt kommt.. Mir selbst sind schon zwei abgebrochen, es gibt aber auch schon Metallvarianten im Zubehörhandel, die dann länger halten.
Mitsubishi CP-D90DW — Die Alternative
Mitsubishi-Drucker sind in Europa weniger verbreitet, aber in den USA bei Photo-Booth-Operatoren beliebt. Die CP-D90DW druckt in ~12 Sekunden. Medienkosten ähnlich. Nachteil: Ersatzteile und Medien sind in Deutschland schwerer zu bekommen.
Meine Empfehlung
Starte mit dem Selphy um zu testen ob das Business für dich funktioniert. Sobald du regelmäßig Events hast (mehr als 2 pro Monat), steig auf den DNP DS620A um. Der Geschwindigkeitsunterschied allein ist den Preis wert. Selbst wenn du dich umentscheidest, die Drucker verlieren nur sehr wenig an Wert, so dass du ihn auch gebraucht noch gut losbekommst.